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Betreuungskonzepte und Ansätze der Krisenbewältigung

Modulbezeichnung: Betreuungskonzepte und Ansätze der Krisenbewältigung
Studiengang: Angewandte Hebammenwissenschaft, Bachelor, ASPO 01.10.2021
Code: HEB-17
SAP-Submodul-Nr.: P311-0146
SWS/Lehrform: 5S (5 Semesterwochenstunden)
ECTS-Punkte: 5
Studiensemester: 4
Pflichtfach: ja
Arbeitssprache:
Deutsch
Erforderliche Studienleistungen (gemäß ASPO):
Seminarbeitrag in den Lehrveranstaltungen
Prüfungsart:
Seminarbeitrag

[letzte Änderung 29.09.2021]
Verwendbarkeit / Zuordnung zum Curriculum:
HEB-17 (P311-0146) Angewandte Hebammenwissenschaft, Bachelor, ASPO 01.10.2021, 4. Semester, Pflichtfach
Arbeitsaufwand:
Die Präsenzzeit dieses Moduls umfasst bei 15 Semesterwochen 75 Veranstaltungsstunden (= 56.25 Zeitstunden). Der Gesamtumfang des Moduls beträgt bei 5 Creditpoints 150 Stunden (30 Std/ECTS). Daher stehen für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung zusammen mit der Prüfungsvorbereitung 93.75 Stunden zur Verfügung.
Empfohlene Voraussetzungen (Module):
HEB-1 Einführung in die Hebammenwissenschaft
HEB-10 Praxismodul 4
HEB-11 Rechtliche Grundlagen der Hebammenarbeit
HEB-3 Angewandte Hebammenwissenschaft I: Physiologische Schwangerschaft
HEB-4 Praxismodul 1
HEB-5 Praxismodul 2
HEB-8 Angewandte Hebammenwissenschaft II: Physiologische Geburt
HEB-9 Praxismodul 3


[letzte Änderung 12.10.2021]
Als Vorkenntnis empfohlen für Module:
HEB-22 Internationale Perspektiven auf Frau und Gesundheit
HEB-24 Pathologische Verläufe nach der Geburt


[letzte Änderung 12.10.2021]
Modulverantwortung:
Prof. Dr. Barbara Cattarius
Dozent:
Prof. Dr. Barbara Cattarius


[letzte Änderung 12.10.2021]
Lernziele:
Übergeordnete Qualifikationsziele: Q3, Q5, Q6, Q7, Q8, Q9, Q10, Q11
 
Kompetenzerwerb:
Nach Abschluss des Moduls können die Studierenden
-        umfassendes theoretisches und evidenzbasiertes Wissen mit dem Fokus auf herausfordernde Situationen in Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett aufbauen, um bei ethischen Dilemmatasituationen Risikoabwägungen und Prognosen zu formulieren um professionell handeln zu können.
-        affektive Störungen, Suchtproblematiken, Erschöpfungszustände, Gewalterfahrungen bei der Frau und mögliche Vernachlässigung oder Gewaltzeichen beim Säugling erkennen und verfügen über Wissen zu möglichen Hilfestrukturen und Interventionsmöglichkeiten, die sie mitteilen können.
-        Strategien der Distressbewältigung und Traumaverarbeitung in ihr berufliches Handeln bei Frauen und ihren Familien integrieren und nehmen dabei eine professionelle Haltung ein, wohlwissend, dass die Notwendigkeit der Selbstfürsorge gestaltet werden soll.
-        auch in herausfordernden komplexen und hochkomplexen Situationen wichtige Informationen sammeln, um schließlich angemessene Entscheidungen bzw. Interventionen in einer gemeinsamen Entscheidungsfindung mit der Frau und ihrer Familie abzuleiten den Weg zu bahnen und angemessen durchzuführen, in einer von Respekt, Empathie und Wertschätzung getragenen Art und Weise.
-        neben eigenen Grenzen in komplexen und  herausfordernden Situationen auch persönliche Stärken und Entwicklungspotentiale erkennen, die die Hebamme bei der Betreuung  von Frauen und ihren Familien zur primär verantwortlichen Ansprechperson bei der optimalen Beratung und Versorgung der Frau und Familie befähigt.
-        die Bedürfnisse von Frauen und ihren Familien auch in komplexen und hochkomplexen Situationen erkennen und benötigte Beratungsnotwendigkeiten und Interventionsmaßnahmen bereithalten.
-        angemessen in schwierigen Situationen kommunizieren bei der Bewältigung von Distress und traumatischen Situationen (z.B. krisenhafte Ereignisse, Krankheit, Tod, Trauer) und Wissen zu psychologischen Prozessen aufbauen, um eine professionelle Haltung einzunehmen.
-        eine kultursensible Haltung einnehmen; in der Beratung und Betreuung den ethischen, sozialen, religiösen und kulturellen Kontext von Frauen und Familien integrieren und erstes Wissen zu kulturell unterschiedlichen Strategien in der Bewältigung von Distress und traumatischen Situationen benennen.


[letzte Änderung 29.09.2021]
Inhalt:
HEB-17.1 Seminar: Gruppenprozesse und Betreuungskonzepte
-        Gruppe, Gruppenprozesse und Betreuungskonzepte
-        Shared Decision Making, informed consent
-        Kultursensible Betreuung I/ Begriffe Interkulturalität, Dolmetscher, Sprachen
-        Sprachbarrieren, Umgang, Übersetzungen mit rechtlichen Implikationen, auch im Prozess der Entscheidungsfindung und Einverständniserklärung, auch ethische Implikationen
-        Respektvolle Begleitung, Menschenrechte, evidenzbasierte Entscheidungsfindung und Begleitung, auch außerhalb von Leitlinien
-        Begleitung von Frauen, die körperlicher und sexueller Gewalt oder Missbrauch ausgesetzt sind
-        Frauen in ihrem individuellen Entscheidungsfindungsprozess über ihre Betreuung unterstützen
-        Ethik als Wissenschaft, ethische Fragestellungen im Kontext der Hebammenarbeit, Umgang, professionelles Verhalten und Handeln,
-        Entscheidungsfindung bei besonderen Dilemmatasituationen: Pränataldiagnostik, Methoden, Präimplantationsdiagnostik, Methoden, Unterstützung bei Entscheidungsfindung, gesetzliche Grundlage
 
 
HEB-17.2 Seminar: Strategien der Krisenbewältigung
-        Leben und Sterben
-        Ansätze Krisenbewältigung; Umgang mit Distress, Überforderung, affektive Störungen bei der Frau, ihrer Familie aber auch persönlicher Umgang und Bewältigung von herausfordernden Situationen
-        Entscheidungsfindung
-        Kommunikation in herausfordernden Situationen
-        Fetale Erkrankungen mit infausten Prognosen
-        Drohender Kindsverlust an der Grenze zur fetalen Lebensfähigkeit
-        Ethische Fragestellungen in der Schwangerschaft (Spätabbruch/Fetozid)
-        Herausfordernde Geburtssituationen (vaginal operative Entbindungen, sekundäre Sectio, Notsectio, geburtshilfliche Notfälle)
-        Unterstützung, Begleitung, Beratung bei Aborten, Totgeburten, Interruptiones, Fetoziden


[letzte Änderung 29.09.2021]
Weitere Lehrmethoden und Medien:
Seminar/ Präsentation, aktive Mitarbeit
Blockseminar/ Präsentation/ aktive Mitarbeit, erfahrungsorientiertes Lernen


[letzte Änderung 29.09.2021]
Sonstige Informationen:
Bei diesem Modul liegt ein Fokus auf der Entwicklung individueller Betreuungskonzepte bei der Begleitung von Frauen und Familien mit dem Ziel einer informierten Entscheidungsfindung. In dem Seminar werden ausgewählte Betreuungskonzepte betrachtet und vor dem Hintergrund biographischer und kultureller Hintergründe beleuchtet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit herausfordernden Betreuungssituationen bei regelwidrigen Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettverläufen und ihren möglichen Auswirkungen des Erlebens und Verarbeitens von belastenden Situationen für Frau, Mann, Kind und Familie. In der professionellen Beziehungsarbeit zwischen Hebamme und den betroffenen Personen im klinischen und außerklinischen Bereich finden auch interdisziplinäre Betreuungskonzepte und die Beachtung pflegerischer und rechtlicher Aspekte sowie der persönliche Umgang mit traumatisierenden Situationen ihren Platz. Das Modul besteht aus den seminaristischen Lehrveranstaltungen „17.1-Gruppenprozesse und Betreuungskonzepte“ und „17.2-Strategien der Krisenbewältigung“.


[letzte Änderung 29.09.2021]
Literatur:
Fischer, P., Jander, K., & Krueger, J. (2018). Sozialpsychologie für Bachelor. Springer Berlin Heidelberg.
 
Van Keuck, Ghaderi, Joksimovic, David (2011) Diversity. Transkulturelle Kompetenz in klinischen und sozialen Arbeitsfeldern. Kohlhammer.
 
Leboyer, F. (1981): Geburt ohne Gewalt, Kösel Verlag München.
 
Bloemeke, V. J. (2020). Psychologie und Psychopathologie für Hebammen: die Betreuung von Frauen mit psychischen Problemen; 13 Tabellen. Georg Thieme Verlag.
 
Hoos-Leistner, H. (2019). Kommunikation im Gesundheitswesen. Springer Berlin Heidelberg.
 
Kruse, M. (2017). Traumatisierte Frauen begleiten: Das Praxisbuch für Hebammenarbeit, Geburtshilfe, Frühe Hilfen. Georg Thieme Verlag.
 
Ortiz-Müller, W., Scheuermann, U., & Gahleitner, S. B. (Eds.). (2010). Praxis Krisenintervention: Handbuch für helfende Berufe: Psychologen, Ärzte, Sozialpädagogen, Pflege- und Rettungskräfte. Kohlhammer Verlag.
 
Igel, G. (2020). Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (Hebammengesetz - HebG) Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen (HebStPrV). Medhoch-zwei.
 
Jones, S. (2003): Ethik und Hebammenpraxis, Verlag Hans Huber Bern.
 
Maio, G. (2013): Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin, ethische Herausforderungen der technisierten Fortpflanzung, Verlag Karl Alber.
 
Maio, G (2012) Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin. Ein Lehrbuch. Schattauer Verlag.
 
Sahib, T (2013) Es ist vorbei – ich weiß es nur noch nicht. Bewältigung traumatischer Geburtserfahrungen. Books on Demand.
 
Deutsche Bischofskonferenz. Wenn der Tod am Anfang steht/ Arbeitshilfen = online
 
Die Literatur wird von der Dozent*in zur Lehrveranstaltung aktualisiert herausgegeben.

[letzte Änderung 12.10.2021]
[Thu Sep 29 13:26:01 CEST 2022, CKEY=hbuadk, BKEY=heb, CID=HEB-17, LANGUAGE=de, DATE=29.09.2022]