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Professionelles Handeln III

Modulbezeichnung: Professionelles Handeln III
Studiengang: Pädagogik der Kindheit, Bachelor, ASPO 01.10.2017
Code: PdK-502*
SWS/Lehrform: 3SU (3 Semesterwochenstunden)
ECTS-Punkte: 5
Studiensemester: 5
Pflichtfach: ja
Arbeitssprache:
Deutsch
Prüfungsart:
Modularbeit (MA): benotet (N)
Zuordnung zum Curriculum:
PdK-502* Pädagogik der Kindheit, Bachelor, ASPO 01.10.2017, 5. Semester, Pflichtfach
Arbeitsaufwand:
Die Präsenzzeit dieses Moduls umfasst bei 15 Semesterwochen 45 Veranstaltungsstunden (= 33.75 Zeitstunden). Der Gesamtumfang des Moduls beträgt bei 5 Creditpoints 150 Stunden (30 Std/ECTS). Daher stehen für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung zusammen mit der Prüfungsvorbereitung 116.25 Stunden zur Verfügung.
Empfohlene Voraussetzungen (Module):
Keine.
Sonstige Vorkenntnisse:
Keine

[letzte Änderung 12.09.2018]
Als Vorkenntnis empfohlen für Module:
Modulverantwortung:
Prof. Dr. Walter Gehres
Dozent:
Prof. Dr. Charis Förster
Prof. Dr. Walter Gehres


[letzte Änderung 12.09.2018]
Lernziele:
Es geht  darum, die Studierenden mit der Besonderheit pädagogischer Diagnosen und Fallanalysen vertraut zu machen. Diese Besonderheit besteht vor allem darin, dass im Gegensatz z.B. zu medizinischen Diagnosen in der Pädagogik und Sozialen Arbeit eine fachliche Expertise über die Problematik eines Falles nur mit Hilfe der Rekonstruktion der Problemgeschichte von Klientinnen und Klienten und deren Beteiligung möglich ist. Die zentrale „Methode“ hierfür bildet das Gespräch mit den Klientinnen und Klienten und die daran anschließende Analyse mit Hilfe von Methoden zur Strukturierung primär verbaler Daten durch die zuständige Fachkraft; zuweilen auch (interdisziplinär zusammengesetzten) fachlichen Teams.
Der Einstieg in die Thematik im Seminar erfolgt über den klassischen Text von Alice Salomon „Soziale Diagnose“, weil hierin sowohl Elemente modernen Fallarbeit als auch nicht mehr praktizierte Verfahren der Diagnoseerstellung enthalten sind. Im Anschluss daran werden die Professionskonzepte: Fallverstehen in der Begegnung, multiperspektive/sozialpädagogische Fallarbeit, stellvertretende Krisenbewältigung vorgestellt. Im letzten Teil des Seminars geht es dann darum, auch  in Form von Übungsbeispielen, zentrale Methoden zur Strukturierung von Diagnose- und Fallmaterial aufzuzeigen und auf der Grundlage von Fallmaterialien das hermeneutische und selbstreflexive Verstehen zur Ausbildung eines fachlichen Habitus zu üben.   
Das zentrale Ziel des Seminars besteht darin, ein Verständnis für die Vielfältigkeit, zuweilen Ambivalenz, Widersprüchlichkeit und kreativen Momente pädagogischer Prozesse zu vermitteln. Damit soll ein Beitrag zur Entwicklung eines professionellen Habitus geleistet werden, der sich vor allem auszeichnet durch Offenheit, Zuhören, genaues Beobachten, Geduld, Verstehen statt schnellem (Ver-)Urteilen, Überzeugung von der Wandlungsfähigkeit von Menschen. Darunter fällt auch die Erkenntnis der Notwendigkeit, sich immer wieder fortzubilden und eigene fachliche Überzeugungen kritisch zu hinterfragen.
Seminar 2:
 
 


[letzte Änderung 12.09.2018]
Inhalt:
1. Differenzierte Betrachtung von professionellen Entscheidungen und Handeln
2. Ein Verständnis zentraler Unterschiede zwischen lebensweltlichem, wissenschaftlichem und professionellem Wissen und Handeln
3. Die Erlangung der Erkenntnis, dass die zentrale Grundlage von professionellem Handeln keine Technik oder Methode bildet, sondern offene, kommunikative, auch (selbst)kritische Grundeinstellungen (ein Habitus) gegenüber dem Arbeitsfeld, gegenüber den Klientinnen und Klienten, gegenüber der fachlichen Weiterentwicklung und gegenüber anderen Professionen.
4. Grundkenntnisse der Professionskonzepte „Fallverstehen in der Begegnung“ (Hildenbrand 2011), „multiperspektivische und sozialpädagogische Fallarbeit“ (Müller 2009 und Braun/Graßhoff/Schweppe 2011), „stellvertretende Krisenbewältigung“ (Kraimer 2014) und „Paradoxien des professionellen Handelns“ (Schütze 1997).
5. Vertraut werden mit einigen Methoden zur Erstellung von pädagogischen Diagnosen und Fallanalysen (z.B. Genogramme, Netzwerkkarten, Erzählungen als Grundlage von prozess- und biographiebezogenen Diagnosen, Dokumentation für die Gestaltung von pädagogischen Prozessen, Notwendigkeit und zugleich Problematik von Akten), Gesprächsführung und Kommunikation
 
 
 


[letzte Änderung 12.09.2018]
Lehrmethoden/Medien:
Vortrag, Textarbeit, Gruppenarbeit, Seminarbeiträge und Diskussion
 


[letzte Änderung 12.09.2018]
Sonstige Informationen:
Keine

[letzte Änderung 12.09.2018]
Literatur:
Berger, Peter L.; Luckmann, Thomas (2003). Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Frankfurt a.M., Fischer.
Braun, Andrea; Graßhoff, Gunther; Schweppe, Cornelia (2011). Sozialpädagogische Fallarbeit. München, Basel, Ernst Reinhardt Verlag.
Compe, Arno; Helsper, Werner (Hrsg.): Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns. Frankfurt a. M., Suhrkamp.
Gehres, Walter (2011). Lebenswelt, Wissenschaft, Professionalität. Ein Forschungsbericht über neuere Beiträge zur Gestaltung von Schnittstellen. In: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau (SLR), 34. Jg, Heft 62, 59-78.
Hildenbrand, Bruno (2010). Familienrekonstruktion in der Praxis. In: Bock, Karin; Miethe,. Ingrid (Hrsg.): Handbuch Qualitative Methoden in der Sozialen Arbeit. Opladen & Farmington Hills, Barbara Budrich, 396-404.
Hildenbrand, Bruno (2007/2011). Einführung in die Genogrammarbeit. Heidelberg, Carl-Auer Kompakt.
Kraimer,  Klaus (2014). Fallrekonstruktive Soziale Arbeit. Ansätze, Methoden, Optionen. Einführung mit Glossar und Bibliongrafie. Ibbenbüren, Münstermann Verlag.
Motzke, Katharina (2014). Soziale Arbeit als Profession. Zur Karriere „sozialer Hilfstätigkeit“ aus professionssoziologischer Perspektive. Berlin und Toronto, Barbara Budrich.
Müller, Burkhard (2009). Sozialpädagogisches Können. Ein Lehrbuch zur multiperspektivischen Fallarbeit. Freiburg im Breisgau, Lambertus.
Salomon, Alice (2003, 1926). Soziale Diagnose. In: Salomon, Alice: Frauenemanzipation und soziale Verantwortung. Ausgewählte Schriften Band 3: 1919-1948, herausgegeben von Adriane Feustel. München, Lucherhand-Verlag, 255-314.
Schütze, Fritz (1997). Organisationszwänge und hoheitsstaatliche Rahmenbedingungen im Sozialwesen: Ihre Auswirkung auf die Paradoxien des professionellen Handelns. In: Compe, Arno; Helsper, Werner (Hrsg.): Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns. Frankfurt a. M., Suhrkamp, 183-275.
Smith, Dorothy E. (1976). K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichts. In: Weingarten, Elmar; Sack, Fritz; Schenkein, Jim (Hrsg.): Ethnomethodologie. Beiträge zu einer Soziologie des Alltagshandelns. Frankfurt a. M., Suhrkamp, 368-415.
Weitere Literatur wird zu Beginn der Veranstaltungen genannt.
 
 


[letzte Änderung 12.09.2018]
[Sat May 30 13:43:30 CEST 2020, CKEY=pphib, BKEY=pdk2, CID=PdK-502*, LANGUAGE=de, DATE=30.05.2020]